Interessantes aus Taxöldern von 1920 - 1970

zusammengestellt von Armin Wild

Nach der Leseholzordnung der Oberpfalz v. 8. Juni 1923 war in den Taxölderner Wäldern das Sammeln und Abfahren von Leseholz vom 1. April bis 30. Juni verboten. Ebenso war das Betreten des Waldes außerhalb der Wege verboten: Grund: Schutz der Jungpflanzen und des Wildes.

Der Landkreis erlässt auf Grundlage einer Verordnung über Tanzlustbarkeiten vom 31. Oktober 1921 und in Abstimmung mit dem Bayer. Bauernverband für die Haupterntezeit zwischen 17. Juli und 15. August 1952 ein öffentliches Tanzverbot.

Ab den 50er Jahren ist das Baden im Haidweiher und Moosfurtner verboten, die Forstverwaltung erlässt ein Badeverbot.

An jedem 2. Sonntag im Monat sind ab 14.30 Uhr Mütterberatungsstunden (1950-1960).

1952 kauft die Gemeinde Erzhäuser über das Tierzuchtamt Cham einen gekörten Ziegenbock an. Die an der Ziegenbockhaltungsgenossenschaft beteiligten Gemeinden Erzhäuser, Penting und Taxöldern müssen anteilig ihrer im Gemeindegebiet vorhandenen zuchtfähigen Ziegen ihren Anteil an den Anschaffungskosten für den Ziegenbock bezahlen (Anschaffungskosten Ziegenbock: 120 DM + Nebenkosten; insgesamt: 227,62 DM).

Die Prämie für einen zur Bekämpfung der Tollwut erlegten Dachs, Fuchs, Marder oder Iltis beträgt 12 DM/Stück (Jahr1952).

Musik- und Tanzveranstaltungen in den Gastwirtschaften Faderl ("Eselwirt") und Hartl in den 50er Jahren: Zu den Feuerwehrbällen, Fastnachtsveranstaltungen und zur Kirchweih kommen im Laufe der Jahre die Wackersdorfer Musikanten (erstmals 1952), Rösch aus Steinberg, Jos. Pelzer aus Bruck, Grünes Band Bruck, Plötz aus Wackersdorf, Fuchs aus Steinberg, Lacher aus Kröblitz.

Bis Ende der 50er Jahre ist der Eintritt frei, 1959 wird erstmals ein "Eintritt" verlangt: 1,20 DM

Interessantes aus den Amtsblättern des Landkreises aus dem Jahr 1952:
- Grubenholzpreise für Kiefer zwischen 43,20 und 52,80 DM in den Sortimenten "Langholz", Stempel und "Spitzenknüppel"
- Brennholzpreise für hartes Laubholz (Rotbuche, Weißbuche, Birke, Arhorn, Eiche, Esche, Akazie, Ulme) zw. 7,50 DM für Steckenprügel bis 21,50 DM/Ster für Scheitholz
- Erhöhung der Zuggeschwindigkeit zwischen Rötz und Bodenwöhr von 15 auf 50 km/h
- St. Josefs Tag (19. März) ist staatlich geschützter Feiertag
- Aufruf zur öffentlichen Pockenschutzimpfung
- das Mitnehmen vermeintlich verlassener Rehkitze wird mit Gefängnis bestraft

1953 meldet die Gemeinde Taxöldern für die traditionelle Fahrzeugsegnung am 2. Volksfestsonntag in Neunburg v.W. folgende Fahrzeuge an: 5 Schlepper (Haberl und Seebauer aus Pingarten; Zweck, Bollinger und Hartl aus Taxöldern); 11 Krad (Wiendl, Seitz, Köppl und Seebauer aus Pingarten; Grün, Bockes, Faderl, Ruhland, Schießl, Dauerer und Stangl aus Taxöldern), 1 Auto (Haberl)

Das erste Auto fährt im Jahr 1953 durch Taxöldern - der VW-Käfer des Johann Hartl (Wirt).

Der erste Fernseher flimmerte bie der Försterfamilien Richard Roidl im Jahr 1958. Wenig später wird der zweite Fernseher im Dorf von Alois Wild (Handlung Alois Wild) erworben. Von der jungen Dorfbevölkerung werden die Fußballspiele der Weltmeisterschaft in Schweden im Jahr 1958 bestaunt.

Für gesammelte Lupinenschoten zahlt das Forstamt pro Zentner (getrocknet) 18 DM und für 1 Zentner getrocknete Ginsterschoten 25 DM (Jahr 1958).

Der Preis für abgesammelte Kartoffelkäfer betrug am 16. Juni 1952: 1 Pfennig je Käfer oder 1 Pfennig je 10 Larven. 1955 kauft Gemeinde vom Landwirtschaftsamt staatseigene Kartoffelkäferbekämpfungsgeräte.

1958 sind in der Gemeinde Taxöldern 24 Mopeds zugelassen

1959 errichtet das Postamt Schwandorf in Taxöldern eine Poststelle, Anschrift: "8461 Taxöldern/über Schwandorf"

1961 schnaubt ein Ungeheuer über die Getreidefelder - der Wirt hatte den ersten Mähdrescher im Dorf.

Am schienengleichen Bahnügergang beim Böslweiher südlich von Taxöldern wird 1961 eine elektrische Anrufschranke installiert. Hier ärgerten sich so manche Taxölderner auf dem Weg zur Arbeit am frühen Morgen oder bei der Heimfahrt, denn garantiert immer war die Schranke geschlossen, wenn es pressierte!

1962 bringt ein Hubschrauber über den Wäldern rings um Taxöldern zur Bekämpfung der Kieferneule (Raupe eines Nachtfalters, die an Kiefernnadeln frißt) rd. 1 kg DDT/ha Wirkstoff aus

1964 geht in Taxöldern die Tankstelle von Franz X. Stamm in Betrieb.

1965 erteilt die Gemeinde Taxöldern der OBAG den Auftrag, in Taxöldern eine Straßenbeleuchtungsanlage zu errichten (15 Brennstellen für Taxöldern, 5 Brennstellen für Pingarten)

Die Obstbaumzählung 1965 ergibt: 789 (!) Bäume (325 Apfel, 202 Birnbaum, 144 Kirschen, 86 Zwetschgen, 32 Walnuss)

1967 werden durch die Fa. Jutta Müller aus Heiligenstadt bei der Handlung Alois Wild, bei Anw. Margareta Faderl und bei Anw. Josef Seitz (Pingarten) die ersten Kaugummiautomaten aufgestellt.

Das "Hüthaus" (alte Hausnummer 29)
Das Haus wurde von Thomas (*1905 +1968) und Maria Schindler (*1908 +1983) bewohnt. Ihre 10 Kinder wohnen heute alle auswärts. Zeitweise lebte auch der Heimatvertriebene Max Grüner mit im Haus.Frau Schindler war durch ihre Tätigkeit als "Leichenwei" in der näheren Umgebung recht bekannt. Das schon recht baufällige Hüthaus wurde 1984 von Günther Fleischmann erworben und abgetragen


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