Das "Monument"

Kommt man von Altenschwand nach Taxöldern, so fällt dem Besucher am Ausgang des Waldes zur linken Seite, ca. 300 m vor dem Ortseingang, ein auffallend mächtiges Denkmal ins Auge.

Errichtet auf einem Sandsteinblock steht das im Volksmund nur als "Monument" bekannte Granitdenkmal. Auf der angebrachten gusseisernen Tafel wird an einen Raubmord an einem Theologiestudenten erinnert.

Unweit des Denkmals wurde am 26. Sept. 1857 ein Student der Theologie namens Heinrich Beck aus Kelheim ermordet. Der Student war, da er aus ärmlichen Verhältnissen stammte, von Pfarrhaus zu Pfarrhaus gegangen um sich unter Vorlage seines Ausweises sein "Viatikum" zu verdienen. Während der letzten Tage schloss sich ein Handwerksbursche namens Kräusel an, der den angehenden Priester in Anbetracht seines Erfolges unweit der Stelle erschlug und noch dessen Bargeld von 1 Gulden raubte.

Einige Tage später wurde der Raubmörder, der aus Regensburg stammte, dingfest gemacht und dem Haftrichter zu Amberg vorgeführt, wo er am 03. Dez. 1857 zum Tode verurteilt wurde. Nach der Urteilsverkündung bat der Raubmörder um eine Gnadenfrist von 3 Tagen, die ihm gewährt wurde. In dieser Zeit ging er in sich, bat den Vater des Opfers um Verzeihung und empfing vor der Hinrichtung noch das Abendmahl.

Die öffentliche Hinrichtung vom 21. Januar 1868 beschreibt ein zeitgenössischer Bericht wie folgt:

"Nach halb acht Uhr erfolgte die öffentliche Verkündigung des Urtheiles durch den Exekutions-Aktuar Hrn. Accessisten Lukinger und das Brechen des Stabes durch k. Exekutionskommissär Hrn. Bezirksgerichtsraht Rußwurm, worauf sich der Zug mit dem Delinquenten zu Wagen unter Cavallerie-Eskorte zum Richtplatz bewegte. In Begleitung des Hrn. Vikar Lotzbeck und des zur Assistenz herbeigezogenen Hrn. Pfarrer Zanner von Rosenberg betrat Kräusel ruhig und gefaßt das Schaffot - und nach wenigen Minuten hatte er der irdischen Gerichtigkeit Genüge geleistet. Der durch Scharfrichter Scheller aus Würzburg mit seinen Gehilfen rasch vollzogenen Exekution hatte, wie jedesmal, eine große Menschenmenge, wovon ein großer Theil zu Fuß und Wagen stundenweit herbeigeeilt war, als Zuschauer beigewohnt. Leider war das weibliche Geschlecht wieder zahlreich dabei vertreten!"

Ein seinerzeitiger Förster ließ das Denkmal mit finanzieller Unterstützung von Bekannten zur Erinnerung an das Opfer errichten. An den Tatort selbst erinnert etwa 200 m entfernt, direkt an der Straße nach Altenschwand gelegen, ein separater Stein an den Ort des Geschehens.

1999 wurde das Denkmal von Mitgliedern des GOV Taxöldern-Pingarten renoviert und der Platz neu gestaltet.