Grüß Gott in Taxöldern

Aktuelles aus Taxöldern


MZ 28.10.2017





MZ 14.10.2017





MZ 04.10.2017





MZ 28.07.2017

Der Tausendsassa aus Taxöldern

Für Rudolf Wild mangelt es Lebensmitteln oft an Qualität. Deshalb ist er zum Do-it-yourself-Lebensmittelproduzenten geworden.
Von Renate Ahrens

Taxöldern.Es ist wie eine kleine Reise in die Vergangenheit. Mit einem uralten Brotschieber aus Holz, den sein Großvater schon benutzt hat, nimmt Rudolf Wild knusprige, große Brotlaibe aus dem Holzofen. Köstlich duftet es hier. Um das Backhäuschen sind Holzscheite geschlichtet, auf der anderen Seite wachsen Kräuter wie Anis, Engelwurz, Wermut und Fenchel. Rund um das kleine Dorf Taxöldern, hier mitten im Oberpfälzer Seenland, sieht man Streuobstwiesen, in der Bienen summen. Idylle pur.
„Die Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Mirabellenbäume hat mein Großvater vor 100 Jahren gepflanzt“, erklärt der 56-jährige Rudolf Wild. In seinem Zuhause fühlt man sich tatsächlich um 100 Jahre zurückversetzt, alles ist ursprünglich und idyllisch geblieben. 30 Bienenstöcke befinden sich gleich neben dem Haus. Der Nebenerwerbslandwirt ist hier im Bodenwöhrer Ortsteil Taxöldern im Landkreis Schwandorf geboren und aufgewachsen – und lässt die Traditionen seiner Urahnen weiterleben. Dabei ist für ihn keineswegs die Zeit stehengeblieben.

Trotzdem führt der studierte Diplom-Betriebswirt sogar den Tante-Emma-Laden seiner Großmutter weiter, jedoch mit etwas anderem Angebot. „Meine Großmutter und meine Mutter haben hier, neben Eiern und Wurst, auch noch Knöpfe, Unterhosen und Kunstdünger verkauft“, erinnert sich Wild. In dem winzigen Ort Taxöldern wohnten damals nur kleine Bauern, die bescheiden lebten. Als seine Oma den Laden aus Altersgründen aufgeben musste, haben Wild und seine Frau Dr. Lili Wild, eine Chemikerin, ihn kurzentschlossen übernommen.

Obsternte wird zu Edelbränden und Likör verarbeitet

Und sie haben angefangen, ihre reiche Obsternte zu Edelbränden und Likören zu verarbeiten. Diese verkauft das Paar nun zusammen mit Honig von den eigenen Bienen in dem winzigen Laden, der nur einmal in der Woche und auf Anfrage geöffnet hat. Denn das Ehepaar arbeitet in Vollzeit in einer großen kalkverarbeitenden Firma in Regensburg, Rudolf Wild ist für den Vertrieb zuständig, seine Frau ist Laborleiterin. „Für den Laden produzieren wir nur so viel, dass wir es zu zweit schaffen. Es soll auch nicht mehr werden“, sagt er.

   

Die Kräuter für seine Schnäpse baut Rudolf Wild größtenteils selbst an, und auch das Imkern ist seit Jahren eine Leidenschaft des Tausendsassas. Foto: Ahrens

Abends und am Wochenende tauscht das Ehepaar die Rollen. „Dann experimentiere ich und meine Frau verkauft“, sagt Wild schmunzelnd und schiebt die nächsten Laibe in den Ofen. Neues probiert er für sein Leben gern aus – zunächst eigentlich immer für sich selbst. „Mit dem Backen habe ich angefangen, weil das gekaufte Brot immer mehr an Qualität verloren hat“, erklärt er und meint weiter: „Die Leute kaufen das Brot und gewöhnen sich schließlich daran.“ Wild dagegen wollte sich mit den labbrigen Brot nicht abfinden.

Seit nunmehr 20 Jahren wird deshalb an jedem ersten Samstag im Monat in dem Ofen, den er selbst gebaut hat, mit Holzscheiten ein Feuer fürs Holzofenbrot entfacht. Bereits eine Woche zuvor setzt Rudolf Wild den Sauerteig an – jedes Mal frisch, wie der Hobbybäcker betont. Nur Mehl, Wasser und Buttermilch kämen da hinein. „Alles andere ist kein Geheimnis. Das macht die Natur ganz alleine – das kann jeder gerne selbst ausprobieren“, sagt Wild überzeugt. Vielleicht wisse man dann Brot wieder mehr zu schätzen.

Die Stammkunden wissen immer genau, wann gebacken wird.

Nach und nach kommen an diesem Samstagnachmittag nun die Käufer. Die Wilds haben sich inzwischen eine langjährige Stammkundschaft aufgebaut. Ihr Brot ist sehr begehrt, gar glücklich schätzen kann man sich, wenn man ohne Vorbestellung eines ergattert hat. Rudolf Wild freut die große Nachfrage. „Ich backe hauptsächlich für unsere Familie, und was übrig ist, verkaufe ich.“ Es kann auch vorkommen, dass er Interessenten wieder wegschicken muss. Fünf Kinder haben die Wilds, und alle wollen nur Papas Brot essen – wie jeder, der es einmal probiert hat. „Bis aus 25 Kilometern Entfernung kommen die Leute jetzt schon“, erzählt Wild kopfschüttelnd. „Aber was weg ist, ist eben weg. Ich schaffe es nicht, noch mehr Brote zu backen.“ Lediglich aus Weizen- und Roggenmehl, Dinkelschrot, Salz und viel Sauerteig besteht sein Brot, das zwei Stunden im Ofen bleibt, bei „fallender Hitze“, wie Wild erklärt.

Doch wie schafft er die ganze Arbeit neben seinem Beruf überhaupt? „Es passiert ja nie alles gleichzeitig“, erklärt der Direktvermarkter. „Im Herbst ernten wir das Obst, im Winter brennen wir, im Frühjahr verarbeiten wir den Blütenhonig und im Sommer den Waldhonig.“ Mit dem Imkern habe er angefangen, weil die Bienen die Blüten der inzwischen 400 Obstbäume bestäuben sollten – und damit habe sich eine weitere Leidenschaft entwickelt. „Das hat sich gut ergänzt, und so kommt einfach eins zum anderen.“

„Alles, was man isst, sollte von guter Qualität sein.“

Doch für den agilen 56-Jährigen ist das längst nicht alles – er entdeckt immer wieder neue spannende Tätigkeiten. Vor einem Jahr hat er über dem Laden drei Ferienwohnungen eingerichtet. Wild findet es faszinierend, welch interessante Leute aus der ganzen Welt seitdem den Weg zu ihm finden. Obwohl die Ferienwohnungen alle einen Balkon haben, sitzen die Gäste am liebsten am Tisch vor dem Laden. Oft setzt sich Familie Wild dann auf „einen Ratsch“ mit dazu. „Wir hatten schon Gäste aus Hongkong und Australien. Bei uns rührt sich immer etwas“, sagt der Oberpfälzer.

Im Laden steht außerdem ein Zapfkühlschrank mit Bier – natürlich von Wild selbst gebraut. Daraus können sich die Gäste selbst bedienen und die Biere auf der Strichliste vermerken. Mit dem Brauen hat Rudolf Wild erst vor fünf Jahren angefangen. Das Bier ist natürlich auch biologisch gebraut, ebenso wie der Schnaps aus den Früchten der Streuobstwiese. Wichtig beim Brennen sei der Faktor Zeit. „Je langsamer der Brennprozess ist, desto besser das Ergebnis. Und je höher die Temperatur, umso weniger Aroma ist enthalten.“

Vor einigen Jahren begann der Tausendsassa außerdem damit, Absinth herzustellen – inzwischen ein Modegetränk. Doch selbst bei dieser Idee war ihm ein Vorfahre schon voraus: Ein Ururgroßvater von Lili Wild hatte bereits Anfang des 19. Jahrhunderts in Danzig neben verschiedenen Likören und Spirituosen auch Absinth gebrannt. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs wurde der Betrieb eingestellt – um nun von den Nachfahren wiederbelebt zu werden. Sogar das historische, nur wenig abgewandelte Etikett verwendet Wild auf den Flaschen.

Der Absinth aus Taxöldern hat Fans auf der ganzen Welt

Die Familie Wild hat Ahnenforschung betrieben. Zum Beispiel hat das Paar im Danziger „Neuesten Wegweiser für Fremde und Einheimische“ eine Anzeige des Ururgroßvaters entdeckt, in der dieser mit „Extracte D’Absinth“ warb. Natürlich wird nun der hochprozentige Absinth (der Alkoholgehalt liegt zwischen 58 und 83 Prozent), der vor allem aus Anis, verschiedenen Wermutsorten und Fenchel entsteht, in Anlehnung an das alte Familienrezept hergestellt. „Wir verzichten bewusst auf die Zugabe von Zucker und Ölen. Die grüne Farbe erhält der Absinth nur durch die Kräuter.“

Inzwischen hat der Taxöldener Absinth weltweit Aufsehen erregt. Artikel in renommierten Fachzeitschriften und Nachschlagewerken für Spirituosen sind schon darüber erschienen, und Händler verkaufen die Flaschen in die ganze Welt. Auch die Kräuter für den Bärwurz- und den Kräuterschnaps sind aus dem eigenen Garten. Seit Neuestem gibt es auch Gin, Vodka und Whisky. Farbstoffe und Aromen werden auch hier nicht zugesetzt, schließlich sind die Wilds mit ihren „Eichelberger Spezialitäten“ ein zertifizierter Biobetrieb. Nur den Wacholder für den Gin und wenige andere Kräuter kauft Wild hinzu. „Früher war der Wald rund um Taxöldern voller Wacholder“, sagt Wild. Das sei leider vorbei, heute stehe die Pflanze unter Naturschutz.

Im Wald gleich hinter dem Laden befindet sich übrigens der Hochsitz der Familie. Wild ist nämlich auch begeisterter Jäger. „Alles, was man isst, sollte von guter Qualität sein“, lautet seine Devise. Er lebe allerdings nicht immer nur gesund. „Ich esse, was mir schmeckt“, sagt Rudolf Wild. Und wenn man das nicht kaufen kann, macht man es eben selbst.



NT 14.07.2017





MZ 04.07.2017





MZ 28.06.2017





MZ 14.06.2017





MZ 02.06.2017





MZ 26.05.2017





MMZ 09.05.2017





MZ 06.05.2017





MZ 20.04.2017





MZ 03.04.2017

Drei Mal Gold für criollo

Die hohe handwerkliche Qualität und der gute Geschmack der „criollo“-Pralinen wurden erneut ausgezeichnet.

Die hohe handwerkliche Qualität und der gute Geschmack der „criollo“-Pralinen wurdem erneut von der Konditoren-Innung Bayern bestätigt: Gleich für drei Sorten wurde der Konditormeisterin Astrid Seitz kürzlich Gold verliehen. Die „criollo chocolaterie confiserie“ im Bodenwöhrer Ortsteil Taxöldern verwendet zur Herstellung nur erlesene Rohstoffe bester Qualität.
Die Fertigung erfolgt ausschließlich in Handarbeit und mit viel Liebe. Immer wieder kreiert Inhaberin Astrid Seitz neue Füllungen und Variationen. Von den 40 Pralinensorten sind fast alle goldprämiert, viele sogar mehrfach. Dieses Mal wurden die Holunder-Zimt-Praline, die Sekt-Orange-Praline und die Nuss-Praline mit der höchsten Auszeichnung versehen. „Für uns ist das ein Ansporn und eine Bestätigung“, erklärt die Meisterin.
Viele Kriterien müssen die kleinen Kunstwerke dabei erfüllen, vom Aussehen über den Geschmack bis zur Konsistenz, und natürlich auch die gesetzlichen Bestimmungen. Seitz verwendet grundsätzlich nur natürliche Inhaltsstoffe und Aromen, aber keine Konservierungsstoffe. Ihre Kunden kommen oft von weit her, um in den Genuss ihrer Kreationen zu kommen. Criollos Torten und Kuchen sind ebenfalls eine kleine Sünde wert.
Seitz legt außerdem Wert auf Regionalität – so ist zum Beispiel die Bayerwaldschnitte mit den heimischen Preiselbeeren längst kein Geheimtipp mehr.
Zum Osterfest findet man im Geschäft in Taxöldern schöne Ideen zum Verschenken und zum Selbernaschen. Am Samstag, 8. April, von 13 bis 17 Uhr laden Seitz und ihr Team zur Osterausstellung ein. Bei Kaffee und Kuchen kann man mit der Konditorin ins Gespräch kommen und sich von ihren Meisterwerken überzeugen.



MZ 26.03.2017

Kindergruppe des GOV wächst und gedeiht

Der Gartenbauverein Taxöldern-Pingarten zog Bilanz. Sie fällt nicht nur wegen der erfolgreichen Nachwuchsarbeit positiv aus.

Zur Jahresversammlung mit Ehrungen konnte der Vorsitzende des 102 Mitglieder zählenden Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereins Taxöldern-Pingarten, Richard Meier, im Gasthaus Heinfling unter anderem Ehrenmitglied Herbert Krauthann und Wolfgang Sennfelder von der Kripo Amberg willkommen heißen. Neben den üblichen Berichten stand ein Vortrag über den Einbruchsschutz im Mittelpunkt.
In seinem Rückblick stellte Meier heraus, dass bei der letzten Hauptversammlung mit Helga Schneeberger eine neue Schriftführerin gewählt werden konnte. Gartenexpertin Agnes Feuerer aus Bruck hielt einen sehr interessanten Vortrag über Blumen für Balkon und Fassade. Der Vertrag mit der Gemeinde Bodenwöhr, wonach der GOV die Pflege gemeindlicher Grundstücke (Spielplatz, Dorfplatz, Grünanlage um das Feuerwehrgerätehaus) zu übernehmen habe, wurde erfüllt. Hierbei hätte er sich allerdings etwas mehr Unterstützung vor allem durch jüngere Mitglieder gewünscht.
Zum wiederholten Male wurde am 1. Mai ein Baum aufgestellt und im Juni zusammen mit der FFW, der KLJB und dem Bayernfanclub das Dachsenfest organisiert, das sich als kleiner gesellschaftlicher Höhepunkt im Dorfleben etabliert hat. Der Bus beim Ausflug in die Fränkische Schweiz mit Besuch der Gartenschau in Bayreuth war voll besetzt. Mit einer Damen- und einer Herrenmannschaft wurde in Neunburg an den Stadtmeisterschaften im Kegeln teilgenommen. Für rund 4000 Euro seien neue Geräte angeschafft worden. Außerdem renovierte H. Bergschneider das Dorfkreuz.
Sehr erfreut zeigte sich Meier, dass vor zwei Jahren mit den „Holzfuchs’n“ eine Gruppe mit rund 35 Kindern aus Taxöldern und Pingarten ins Leben gerufen werden konnte. Hiermit wolle man den Nachwuchs für Natur und Umwelt begeistern. Mehrere Mütter hätten sich bereit erklärt, mit den Jugendlichen diverse Aktionen durchzuführen. So wurden an die Kinder bereits im April Kürbiskerne zur Selbstzucht verteilt. Unter Anleitung wurden Ende Oktober aus den Kürbissen Masken geschnitzt. Auf dem alten Turnplatz wurde im Juli gegrillt und im September ein Insektenhotel fertiggestellt, Zapfen gesammelt und Tontöpfe bemalt. Zudem wurden für den Nachwuchs einheitliche T-Shirts beschafft.
Schatzmeister Georg Ebnet informierte, dass den Einnahmen aus den Beiträgen, dem Pflegevertrag mit der Gemeinde und dem Dachsenfest Ausgaben für Ehrungen, Veranstaltungen, Ausflügen und diversen Investitionen gegenüberständen. Auch wenn sich der Kassenstand durch den Kauf von Maschinen und Geräten etwas reduziert habe, stehe der Verein nach wie vor auf soliden finanziellen Beinen.
Für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Anna Schneeberger mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet.
In einem sehr interessanten Vortrag zum Thema Einbruchschutz teilte Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder mit, dass alle zwei bis drei Minuten in Deutschland ein Einbruch stattfände. Gerade mal 11 Sekunden daure es im Schnitt, bis ein geübter Einbrecher ein Fenster oder die Terrassentür aufgehebelt hat. Im Gegensatz zu Früher, wo die Abenddämmerung zwischen Oktober und März Hochsaison für die Täter war, würden sich nun die Einbruchszahlen auch während des Tages, hier sehr oft am Vormittag, während man in der Arbeit ist und die Kinder die Schule besuchen, erhöhen. Hauptangriffsziele sind nach wie vor Fenster, Terrassen und Balkontüren im Erdgeschoss, die aufgehebelt würden. Mit einbruchshemmenden Fenstern und Türen sowie einbruchssicheren Kombibeschlägen sei man auf der „sicheren Seite“. Zusätzlich sollten hochwertige Zieh- und Bohrschutzschlösser eingebaut werden. Beleuchtungstechniken mit hoch hängenden Bewegungsmeldern und kombinierten LED-Strahlern im Außenbereich würde dafür sorgen, dass sich Einbrecher gestört fühlen. Zeitschaltuhren, die bei Abwesenheit Lämpchen einschalten, würden den Eindruck erwecken, dass jemand zu Hause ist, genauso wie aufmerksame Nachbarn, die täglich den Briefkasten leeren.


GOV-Chef Richard Meier (rechts) dankte KHK Sennfelder, der Tipps für einen effektiven Einbruchschutz gab.



MZ 04.03.2017






MZ 04.03.2017




zum Seitenanfang