Grüß Gott in Taxöldern

Historisches - Die Geschichte von Taxöldern

Die ersten Aufzeichnungen
Im Jahre 1140 wird in einem Tauschvertrag des riedenburgischen Dienstmannes Siegfried mit dem Kloster Prüfening erstmals ein Ort namens "Taxöldern" erwähnt. Die "Dasholrer" waren zu dieser Zeit bereits ein angesehenes Rittergeschlecht. Die kleine Ortschaft rund um den "Boder-Grobn" (das ist eine kleine Felsenschlucht, in der ein kleiner Bach entspringt) dürfte daher viele Jahre vorher entstanden sein. Aus dem gleichen Jahr stammen Aufzeichnungen über einen bekannten Ritter namens "Poppo de Dasholren".

Zwar liest man den Begriff "Dasholren" bereits in einem Schriftstück von 1123 n. Chr., jedoch kann man daraus nicht feststellen, ob es sich um unser Taxöldern oder um eine Siedlung in der Nähe von Amberg (Oberpfalz) handelte.

Im Laufe der Zeit tauchen verschiedene Schreibenweisen auf, beispielsweise Dahsholer und Dachsholrer. Noch bis Mitte des 17. Jahrhunderts wird die Ortschaft mit "Dachsholern" bezeichnet, was soviel bedeutet wie "Anwohner bei den Dachshöhlen".
In dieser Gegend wird es wohl nicht wenige Dachse gegeben haben...

Das Geschlecht der Dasholrer
Aus dem Geschlecht der Dasholrer sind verschiedene Personen urkundlich erwähnt, wie z. B.:

23. April 1271: Der Graf von Ortenburg-Murach verkauft Besitzungen an Herzog Ludwig von Oberbayern. Unter den Adeligen sind Rupert und Heinrich Dahsholer genannt.

13. August 1300: Ruprecht von Dachsholer bezeugt Dietrich von Parsberg die Übergabe eines Hofes an das Kloster Pielenhofen.

19. September 1316: Heinrich von Dachsholwer kämpft an der Seite von Ludwig des Bayern gegen Friedrich von Österreich. Für seine geleisteten Ritterdienste bekommt er vom Kaiser einen Mayerhof und eine Vogtei. Im Jahr 1326 erhalten die Dachsholerer noch einen Hof in Neunburg, die Vogtei zu Pingarten und Neuelstorf und zwei Höfe zu Seebarn, da sie Ludwig den Bayern (1314-1347) stets tatkräftig unterstützt haben.

21. Oktober 1317: In einem Kaufvertrag zwischen der Schwarzenburg und Schönthal werden die Adeligen Hainrich der Ritter der Dachsolrer und Oltt de Dachsholrer genannt.

22. Mai 1321: Heinrich von Dachshöler und Ruprecht der Dachshoelraer von Poentingen (Penting) verbünden sich mit König Ludwig gegen die Habsburger und die Söhne Rudolfs.


1322: Bei einem Urteilsspruch des Vitzums zu Lengenfeld zugunsten des Klosters Kastl ist ein (nicht näher bezeichneter) Dachsholrer als Zeuge anwesend.

29. November 1323: Dietrich von Parsberg verkauft dem Kloster Pielenhofen verschieden Güter, wobei sich Heinrich Tachshoeler als Bürge zur Verfügung stellt.

20. Januar 1360: Ruprecht der Dachshoeler kauft einen Hof und Lehen zu Pingarten.

1360: Das Kloster Ensdorf stellt Klage gegen Ruprecht von Dachsholeren, weil er das zum Dorf Pingarten gehördende Holz verkauft. Die Klostervertreter weisen durch ein Urkunde nach, dass den Dachsolerern die Verwendung dieses Holzes nur zu eigenen Brenn- und Zimmererzwecken erlaubt worden war !

1363: Heinrich der Dachshölrer wird Richter zu Neunburg. Zur damaligen Zeit wurde dieses hohe Amt nur besonders angesehenen Persönlichkeiten übertragen. Daher lässt sich ableiten, dass die Dachsholrer ein hohes Ansehen genossen.

1384: Das Geschlecht der Dachsholrer erlischt, weil weder Heinrich noch Ruprecht männliche Nachkommen haben.


Unter dem Landgericht Neunburg
Seit dem 14. Jahrhundert war die kleine Ortschaft Taxöldern dem Landgericht Neunburg vorm Wald (zeitweise auch "Neunburg-Warberg" genannt) zugeteilt. Vorher wird die Ortschaft nicht in den Archiven des Gerichts erwähnt.

Das Gebiet des Amtes Neunburg erstreckte im Süden bis zur Mühle zu Potenwre (Bodenwöhr), die Westgrenze markierte der Taxölderner Forst, die Orte Meldau und Rauberweiherhaus gehörten noch dazu (sog. "Äußeres Amt"). Im Norden verlief die Grenze bis zum Johannisberg bei Oberviechtach, im Osten erstreckte sich das Gebiet bis Pillmersried.

Der Ort Neunburg dürfte wohl im 10. Jahrhundert entstanden sein. Heinrich I. wollte im Zuge seiner Slawenpolitik ein frühes Sicherungssystem durch Burgen im nordgauischen Grenzgebiet organisieren.
Im 11. Jahrhundert werden schon mehrere kleinere Ortschaften im Schwarzachtal (z. B. Diendorf, Hillstett, Wenigrötz) sowie an der sog. Altstrasse zwischen Schwarzenfeld und Taus (z. B. Fuhrn, Katzdorf, Girnitz, Kulz) erwähnt, deren Ortsbezeichnung allesamt slawischen Ursprungs sein dürfte. Die Lage in der Nähe von Flüssen und Altstrassen war typisch für das Siedlungsvorgehen der Slawen, die nicht rodeten, sondern die wenigen naturbegünstigten Siedlungsmöglichkeiten ausnutzten.

Der Taxölderner Forst war daher nicht oder kaum besiedelt und galt deshalb als "königlicher Immunitätsbezirk", der vom König den Klöstern St. Emmeram, Ensdorf und Prüfening zu Rodungszwecken überlassen worden war. In diesem Zusammenhang wird auch die Ortschaft Taxöldern erstmals urkundlich erwähnt (1140), Pingarten folgt im Jahre 1166.
Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts waren im Raum des späteren Landrichteramtes Neunburg nahezu alle Ortschaften entstanden, wie wir sie heute auf der Landkarte vorfinden.

Nach dem Ende der "Dachsholrer"....
Nach dem Jahr 1384 liegen noch verschiedene Unterlagen über das Schicksal von Taxöldern vor.

Beispielsweise verkaufte im selben Jahr Leo Kleyssentaler zu Peydel den von seiner Frau Agnes (Tochter des Ruprecht Dachsholerer) eingebrachten Teil der Veste Taxöldern. Der Käufer war Hilprant von Ramsberg und seine Frau Walburga (Tochter von Heinrich Dachsholerer).

Überliefert ist außerdem, dass ein gewisser Stephan Degenberger seinen Anteil von Taxöldern an Pfalzgräfin Elisabeth verkauft hat (12. März 1387). Wenig später (am 23. April 1387) kauft die Pfalzgräfin auch den Anteil Taxöldern von Walburga der Ramsbergerin.

Im Jahre 1476 verleiht Pfalzgraf Otto die Veste Taxöldern seinem Jägermeister Ulrich Poyssel.
Poyssel veräußerte den Sitz Taxöldern in der Folgezeit.
1524 verkaufen auch die Eheleute Sebastian und Barbara Puhelschneider aus Bruck ihren "gemauerten Sitz zu Taxöldern" an die Pfalzgrafen Ludwig V. und Friedrich II.
Dadurch konnte Pfalzgraf Friedrich in Taxöldern ein Jagdschloss errichten. Der Standort war ideal dafür, gab es doch in den umliegenden Wäldern zahlreiche Wildschweine, Hirsche und Füchse.
Der Pfalzgraf selber soll sich recht gerne in Taxöldern aufgehalten haben.

Die lieben Steuern...
Über mehrere Jahrhunderte war die kleine Ortschaft Taxöldern (man beachte wieder die unterschiedlichen Schreibweisen!) in die Steuerlisten des Landgerichts Neunburg vorm Wald eingetragen. Aus den Aufzeichnungen kann man die damaligen Verhältnisse, die Größe der Ortschaft und die Wirtschaftskraft gut ablesen:

1499: von Taxöldtern Geldzins von 1 Sitz, 7 Höfe, 1 Gut, 1 Haus, 1 Eigenhäusl (Einödhaus)

1622: von Taxsöllern 1 Kirche, 2 Höfe, 6 Güter, 8 Sölden, 10 Inwohner

1631: von Daxöllern 1 Kirche,, 2 Höfe, 7 Güter, 2 Gütel, 2 Söldengütel, 5 Häusel (davon 2 Gemeindeeigentum), 1 Tafern, 1 Inwohner (Feldknecht), 63 Rinder, 12 Schweine, 4 Bienenstöcke

1661: von Taxsöllern 1 Kirche, 2 Höfe, 5 Güter, 2 Gütel, 3 Söldengütel, 5 Häusel, 1 Tafern, 1 Inwohner, 1 Pferd, 55 Rinder, 2 Schweine, 109 Schafe, 5 Ziegen, 5 Bienenstöcke

1762: von Taxöldern (nach Herdstätten): 19 Anwesen (darunter 2 Wirte, 1 Schmied), 1 Gütel, 1 Nebenhäusl, 1 Schloss, 1 Hüthaus, 17 Inwohner (darunter die Forstmeisterin auf dem Schloss, 4 Tagwerker, 1 Gross- und 1 Nebenhüter) = 28 Herdstätten, Forstmeisterhaus, das kurfürstliche "hofgepäu" und das Schulhaus, 3 Inwohner (Forstmeister, Hofbauer und Schulmeister)

1785: von Taxsöldern Geld- und Naturalzins von 36 Personen zum Amt (darunter 4 Güter, 1 Haus, 1 Häusel, 1 Wirt, 1 Forstmeister (dem das herrschaftliche Hofgebäude, das alte Schloss und das Ritterhaus vom Landesherrn käuflich überlassen worden sind). Es besteht die Pflicht zur Errichtung eines neuen Zeugstadls zum Jägerhaus auf eigene Kosten, weil auch der Forstmeister einen Zehent zum Frauenkloster Schwarzhofen entrichten muss. Bei diesen Steuerlisten werden auch erstmals die Einwohner, die Besitzer eines Anwesens waren, namentlich genannt. Unter diesen Namen werden wohl manche Taxölderner Bürger ihre Vorfahren wieder erkennen:
Johann Schießl, Ziegler, Schmied, Th. Schießl, Th. Fischer, Jakob Schießl, W. Fischer, M. Pösl, Gruber, Stängl, A. Kummetsteiner, Scheurer, Graf, Purkes, Hönig, Schuchmann, M. Kummetsteiner und Ch. Pösl

1800: Taxöldern 1 Wirt, 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Weber; Turesbach: 1 Müller

1808: Taxöldern wird Gemeinde
Nachdem das Königreich Bayern in Kreise eingeteilt worden war, die sich wiederum aus Landgerichten zusammensetzten, wollte man diese Organisation durch die Bildung politischer Gemeinden als unterste lokale Verwaltungskörperschaften zum Abschluss bringen.
Das Edikt über das Gemeinwesen vom 24. September 1808 bestimmte, dass jede Stadt, jeder Markt, jedes große Dorf mit den anliegenden Meierhöfen sowie mehrere benachbarte Dörfer und einzelne Höfe eine Gemeinde zu bilden hatten. Somit wurde aus den Ortschaften Taxöldern und Pingarten sowie den Einöden Höcherhof, Turesbach, Ziegelhütte und Kipfenberg die Gemeinde Taxöldern errichtet.

Die Gemeinde Taxöldern bestand im Jahre 1808 aus 41 Familien (Taxöldern: 26 (inkl. Höcherhof und Ziegelhütte, Pingarten: 12 (inkl. Kipfenberg), Turesbach 3)


Bürgermeister der Gemeinde Taxöldern

1906 - 1933 Wolfgang Meiler, Taxöldern
1933 - 1945 Josef Heinfling, Taxöldern 5
1945 - 1952 Josef Osso, Pingarten
1952 - 1966 Johann Lang, Taxöldern 23
1966 - 1972 Johann Haberl, Pingarten 9


Bevölkerungsentwicklung
der ehemaligen Gemeinde Taxöldern (umfasst die Ortschaften Taxöldern ,Pingarten, Höcherhof, Turesbach, Kipfenberg, Ziegelhütte):

Die Daten nach der Eingemeindung (1977-2000) beziehen sich nur noch auf den Ort Taxöldern mit Turesbach und Höcherhof. Der enorme Anstieg in den Nachkriegsjahren ist auf den vermehrten Zuzug von Heimatvertriebenen und dem Kinderreichtum der Familien zurückzuführen.


Am 01. Juli 1972 wurde die Gemeinde Taxöldern per Mehrheitsbeschluss im Gemeinderat aufgelöst und der Gemeinde Bodenwöhr eingegliedert (Gebietsreform)