Stammtisch Taxöldern e. V.


1. Vorstand
Hans Wild, Pingarten

2. Vorstand
Hans-Peter Ziegler, Taxöldern

Kassier und Schriftführer
Richard Meier, Taxöldern

Unsere Story...

Die Geschichte des Stammtisches Taxöldern hatte ihre ursprüngliche Idee schon einige Jahre bevor die offizielle Gründung im Jahre 1971 erfolgte. Es handelt sich übrigens um eine reine Männergesellschaft, die auch bis heute beibehalten wurde.

Bereits Ende er 60ziger Jahre wurden als Ersatzschulen die Gastwirtschaften Hartl, Taxöldern und Seebauer, Pingarten, immer mehr zum Treffpunkt der Kameraden, zu denen sich zusehends auch Freunde aus der näheren Umgebung gesellten. Hier kostete man die Naturprodukte aus den umliegenden Kleinbrauereien und erlernte praxisnah das Schafkopfen, Watten und sonstige bajuwarische Bräuche. Die Ausschau nach Freundinnen war oft mühevoll und der Drang nach Aufklärung weckte manche Neugierde für das Verbotene. So tastete man sich sehr einfühlsam auch an diese erotische Neuheit heran und war aufgeschlossen für alle zwischenmenschlichen Beziehungen.

Motorsportlich bewegte man sich schon auf Zündapps oder Kreidlers und erkundete so den Altlandkreis Neunburg v. Wald, bevor man sturzerfahren auf vierrädrige Fahrzeuge wie VW-Käfer, Fiat 500/600, Kadett usw. umstieg!

In dieser Zeit suchten wir auch den Kontakt zur Bevölkerung in den nahen und fernen Wirtschaften. Kurzentschlossene Fahrten zum Weißwurstfrühstück beim Donisl (München) und spekulative Erkundungsfahrten ins "Von der Thann" (Regensburg) waren nicht selten. Das "Nachtlicht" in Bruck war längst kein Geheimtipp mehr. Promillegrenzen? - wenn überhaupt bekannt, dann nur vom Hörensagen! Meinungsverschiedenheiten wurden damals noch in handfesten Auseinandersetzungen zügig und unkonventionell geklärt. Von den letzten Ausläufern des Faustrechts, vor allem um die Volksfestzeit (Festbier stärkte Geist und Körper!) machte man noch regen Gebrauch.

Um diese Zeit lebte die Epoche des Stener Wastl´s mit allen angenehmen und problematischen Begleitumständen auf. Insbesondere Mädels aus der nahen Umgebung sah man häufig in ständiger Begleitung bei dem einen oder anderen. Nachdem das Gasthaus Seebauer Anfang der Siebziger Jahre seine Pforten schloss, war ständiger, ja fast alltäglicher Mittelpunkt des kulturellen und kommunikativen Lebens und Ausgangspunkt zu allen Unternehmungen in der näheren und weiteren Umgebung das Gasthaus Hartl in Taxöldern.

In dieser Sturm- und Drangzeit beschloss man, diesen Freundschaftskreis und die gemeinsamen Aktionen auf die Basis eines offiziellen Stammtisches zu stellen. Die Gründungsversammlung konnte nach intensiven Bemühungen endlich am 06. August 1971 im Gasthaus Hartl stattfinden. Der ursprüngliche Sinn des Vereins lag mehr bei einer geselligen Bierrunde, als bei der Planung von kulturellen und gesellschaftlichen Höhepunkten, denen man damals nicht die erste Priorität zuordnete. In stolzer Selbstsicherheit gaben man sich den Namen "Stammtisch der lustigen Junggesellen" und stieß mit dem besten Bieren der Brauerei Thamer, Rötz, auf eine lange Gemeinschaft ein. Eine formlose Satzung, die vor allem die wöchentliche Zusammenkunft am Freitag und den monatlichen Beitrag von DM 5,-- (!!!) festlegte, regelte das Wichtigste. Schon die Höhe des Beitrages, die manchem in dieser wilden Sturm- und Drangzeit Probleme bereitete, weniger die wöchentliche Zusammenkunft, ließ die Originalität erkennen.

Meinten alle, sich als "lustiger Junggeselle" nun in offiziellen und geordneten Vereinsrahmen wohlfühlen zu können, hatte der eine oder andere inoffiziell sich schon von seinem Junggesellenleben verabschieden dürfen (müssen). Und so kam es, dass immer mehr heiratswillige, unbescholtene Mädchen um ihr Heiratsersuchen nachfragten. Man wäre nicht Mann gewesen, wären solchen Versuchungen widerstanden worden. Und so kam es, dass den Junggesellen fortschreitend mehr und mehr Eheversprechen abgerungen und Hochzeiten fast häufiger wurden als Stammtischrunden. Für den einen oder anderen war dies der schmerzhafte Abschied aus unserer Runde, nicht jedoch die freundschaftliche Verbundenheit zu den Verbliebenen.

Nach dieser wilden Zeit der Unruhe, des Suchens und Sortierens zwischen Selbstanbieterinnen und Eroberungen folgten auch schon die ersten kulturellen Gemeinschaftsveranstaltungen. 1974 wurden die "Regeln" erstmals in einer "Stammtischordnung" zu Papier gebracht und eine Vorstandschaft gewählt. Man organisierte Ausflüge, Preisschafkopfturniere und den "Junggesellenball", die allmählich zu festen Größen des Vereinslebens wurden. Nach und nach etablierte sich der "Stammtisch" auch als Teil des gesellschaftlichen Lebens der Orte Taxöldern und Pingarten.

Waren die ersten Stammtischausflüge noch Fahrten zur Horizonterweiterung, des Kennenlernens von anderen Bier- oder Rebsorten oder dienten gar der Völkerverständigung, so haben sich durch den persönlichen Reifeprozess der einzelnen Mitglieder diese Fahrten inzwischen zu wahren kulturellen Höhepunkten im Vereinsleben entwickelt. Mehrtägige Ausflüge der Vereinsmitgliedern sind seitdem Tradition.

Die vollgefüllten Tanzsäle bei den "Junggesellenbällen" mit dem TS-Combo bis Mitte der 80ziger Jahre waren Höhepunkte der damaligen Faschingszeit. Leider hat sich das gesellschaftliche Verhalten der Leute geändert, so dass sich Faschingsbälle auf Initiative des Stammtisches, nur mehr als "Ball der Vereine" veranstalten ließen. Zusammen mit der KLJB konnte Mitte der 90iger Jahre auch anhand einer Faschingszeitung die eine oder andere Kapriole im Dorf in amüsanter Weise nachgelesen werden. Zu einer festen Einrichtung haben sich die jährlichen Herrenausflüge entwickelt. Sie sollen der meditativen Erneuerung, der Erholung von Alltagssorgen weit weg von Weib und Kind und der intensiven Kontaktpflege dienen.

In den Jahren des Vereinslebens wurden weitere gesellschaftliche Ereignisse ausgerichtet oder durften Einladungen anderer Vereine angenommen werden. So wurde jahrelang das Torwandschießen zur Pfingstkirchweih ausgerichtet, fuhr man zum Oktoberfest nach München mit Besuchen von Bundesligaspielen. In zwei Fußballspielen gegen den GOV Taxöldern-Pingarten kämpfe man um die sportliche Ehre und trat zu Wattervergleichskämpfen gegen den Stammtisch Erzhäuser und die Freizeitradler aus Wackersdorf an.

Aus der Vorgründerzeit wurde das traditionelle Johannifeuer am alten Turnplatz als Stammtisch-Veranstaltung übernommen. Waren diese Insider-Sessions anfangs nur in kleinen internen Kreisen bekannt und gepflegt, entwickelte sich daraus bald ein jährlicher, gesellschaftlicher Höhepunkt in Taxöldern. Der alte Turnplatz, abseits des Zentrums, vermittelte eine gemütliche und idyllische Atmosphäre für das Johannifeuer, das traditionsgemäß jährlich am Tag vor Johanni (24. Juni) angezündet wurde. Die waldreiche Umgebung kam so mancher Leidenschaft entgegen. Die Mühen der Vorbereitungen waren da schnell vergessen, dennoch mussten alle Naturalien und Einrichtungen mit höchster körperlicher Anstrengung angeschafft und Meindl Alois´ Stromkabel ca. 400 m ab- und aufgerollt werden! Besonders begehrt waren die knusprigen Gockerl aus Brunnerbäcker´s Braterei. Leider konnte dieser Platz aus Gründen des Brandschutzes und wegen behördlicher Anforderungen letztmals 1989 genutzt werden. Ab 1990 bis 1997 wurde die Tradition als Johannifeier unter der Dorflinde in der Ortsmitte fortgesetzt. Seit 1998 findet diese Veranstaltung wieder neben dem Gasthaus Heinfling, Hirschbergweg statt, wobei wieder ein Johannifeuer angezündet wird. Als zusätzliche Attraktion findet dabei ein Seilzieh-Wettkampf mit den örtlichen und befreundeten Vereinen statt.

Einen traurigen Höhepunkt in der langjährigen Vereinsgeschichte musste mit dem tödlichen Verkehrsunfall des Freundes Walter Hubl am 27.12.1978 hingenommen werden.

Der Stammtisch ist ein Traditionsverein, der sicher in dieser Form selten zu finden ist. Auch wenn sich der ursprüngliche Gründungshintergrund des Vereins geändert hat, so blieb zumindest die Kameradschaft und Freundschaft sowohl zwischen den verbliebenen Mitgliedern als auch zu den Ehemaligen erhalten. Während man sich zu Gründerzeiten zur sprichwörtlichen Stammtischrunde einfand, hat sich die Struktur mehr zu einem Gesellschaftsverein unter den bisherigen Mitgliedern gewandelt. Die Aufnahme von jüngeren Kameraden hat zu einem angenehmen und harmonischen Vereinsleben beigetragen und die Mitgliederzahl auf nunmehr 20 stabilisiert. Den Beinamen "lustige Junggesellen" musste man wegen der unzutreffenden Bezeichnung, da nur mehr auf 2 Mitglieder zutreffend, aus dem Vereinsnamen streichen.

Im September 1996 konnte das 25-jähriges Gründungsfest gefeiert werden. Dem Gedenkgottesdienst für Walter Hubl mit anschließendem Grabbesuch schloss sich ein Festabend mit den Ehemaligen im Saal des Gasthauses Hartl an.

Bis 1997 befand sich der Stammtischsitz im "Gasthaus Hartl". Seit 1998 wurde das Vereinsdomizil im Gasthaus Heinfling, Hirschbergweg, aufgeschlagen. Mit der Eintragung ins Vereinsregister wurde 1991 auch die rechtliche Basis angepasst.

Mitglieder

Bockes Josef 1975-1984
Dzierzawa Günther 1971-1973
Dzierzawa Helmut 1971-1973 + 25.05.1997
Eckl Georg 1971-lfd.
Ettl Josef 1977-1994
Faderl Franz 1975-lfd.
Fleischmann Günther 1975-1983
Fischer Michael 1971-lfd. 1. Vorstand von 1974-1978
2. Vorstand von 1978-1985
Gleixner Gerhard 1975-1978
Gleixner Dieter 1989-lfd.
Haberl Josef 1971-1973
Hartl Franz 1971-1973
Heimann Ottmar 1971-1984
Heinfling Hans 1971-1990
Hubl Walter 1971-1978 + 27.12.1978
Lang Johann 1990-lfd.
Köppl Georg 1977-lfd. Kassier/Schriftführer 1982-1983
2. Vorstand von 1985-1989
Kummetsteiner Josef 1971-lfd.
Mehrl Erich 1978-lfd.
Mehrl Josef 1971-lfd.
Meier Johann 1971-1980
Meier Richard 1971-lfd. Kassier/Schriftführer 1974-1981
1. Vorstand von 1981-1985
Schriftführer von 1985-1989
1. Vorstand von 1989-1995
Kassier/Schriftführer ab 1998
Prechtl Eduard 1983-lfd.
Roidl Johann 1978-1983
Schwendner Robert 1997-lfd.
Seitz Anton 1978-lfd.
Seitz Josef 1976-lfd.
Stamm Herbert 1971-1982
Stangl Michael 1977-lfd. Schriftführer von 1978-1981
Kassier von 1981-1985
Kassier/Schriftführer 1989-1997
Wächter Günther 1975-1984
Wiendl Konrad 1989-lfd.
Wild Alois 1971-lfd.
Wild Christoph 1978-1982
Wild Johann (Pingarten) 1971-lfd. 2. Vorstand von 1974-1978
1. Vorstand von 1978-1981
1. Vorstand von 1985-1989
1. Vorstand ab 1995
Wild Johann (Taxöldern) 1975-1992
Wild Michael 1972-lfd.
Ziegler Hans-Peter 1979-lfd. 2. Vorstand ab 1989
Ziegler Reinhard 1973-1974